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DVSI informiert 16/2022:
Faller begrüßt den Weg der Fair Toys Organisation

Liebes DVSI Mitglied, sehr geehrte Damen und Herren,

die deutsche Sprache ist immer für Wortungetüme gut, besonders dann, wenn die Gesetzgebung Hand anlegt. Im Sommer 2021 war es wieder soweit; der Bundestag verabschiedete das sogenannte „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“, das Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten ver­pflichtet. Die Sorgfaltspflichten beziehen auf das Handeln von Vertragspartnern, aber auch auf weitere, mittelbare Partner in der Lieferkette. Für die menschen- und umweltverträgliche Produktion von Spielwaren entlang der gesamten Supply Chain setzt sich auch die 2020 gegründete Multistake­holder-Initiative, die Fair Toys Organisation (FTO), ein. Mittelfristig will die FTO, zu deren Initiatoren und Gründungs­mitgliedern auch der DVSI zählt, im Rahmen eines Fair Performance Check ein Unternehmenssiegel für die Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards in der Spielwarenbranche vergeben. Namhafte Unternehmen der Branche wie alldoro, fischertechnik, Haba, Heunec, Kosmos, Noch, sigikid, Zapf, aber auch der Spielwarenfilialist Krömer haben sich bereits zur Mitarbeit „committed“. Mehr dazu auf www.fair-toys.org. Jetzt folgt der Modellbauhersteller Faller. 

Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr sein 75-jähriges Firmenjubiläum feierte, ist nicht nur berühmt für seine regionaltypischen, detaillierten Gebäudemodelle und technisch aufwändigen Themenwelten; die Gütenbacher halten sich auch viel darauf zugute, dass ihr Sortiment „Made in Germany“ oder gar „Made im Schwarzwald“ gelabelt ist. Sorgen müsste sich Faller also eigentlich nicht darüber machen, ob die Lieferkette ok ist oder die Produkte unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Warum entschied sich Faller dennoch zu diesem Schritt. Der DVSI fragte den Geschäftsführenden Gesellschafter Horst Neidhard. 

Herr Neidhard, Faller steht für Made in Germany. Dem DVSI war bis dato nicht bekannt, dass Ihr Unternehmen Menschenrechte verletzt oder Arbeiter unterdrückt, sondern nach Tarif bezahlt und Arbeitsgesetze einhält. Jetzt treten Sie der FTO bei. Wollen Sie ein Exempel statuieren?
Horst Neidhard: Ja, genauso ist es. Umwelt- und Sozialstandards verletzen wir hier in Gütenbach sicher keine. Für Made im Schwarzwald haben wir uns bereits vor Jahrzehnten nicht nur unter Qualitätsgesichtspunkten strategisch entschieden. Allerdings haben wir noch einen zusätzlichen wichtigen Anspruch für unsere Kunden zu erfüllen. Wir geben einer sehr vielseitig interessierten und mit ganz individuellen Bedürfnissen ausgestatteten Kundschaft eine große Anzahl qualitativ hochwertiger und effizienter Modellbauprodukte an die Hand. Das ist nur mit einem Netzwerk langjähriger und gut ausgesuchter Entwickler und Partner national und international möglich. Diesem Netzwerk wollen wir mit dem Beitritt zur FTO ein professionelles Werkzeug an die Hand geben, um uns in der Zusammenarbeit beim Thema Nachhaltigkeit sicher und effektiv zu unterstützen.  

Im vergangenen Jahr verabschiedete der Bundestag das Lieferkettengesetz. NGOs sagen, das Gesetz geht nicht weit genug; Unternehmer stöhnen darüber, dass es nur weitere Bürokratie erzeugt, während sich die Politik selbst immer wegduckt, wenn es um Menschenrechte geht. Was sagt der Faller-Inhaber Horst Neidhard?
Horst Neidhard: Ich bin kein Freund von schlecht gemachter Bürokratie und es ist in der Tat befremdlich, wie passiv die Politik agiert und stattdessen andere Gruppen in die Verantwortung nimmt. Das Gesetz ist aber nun mal in der Welt und wird auch nicht mehr verschwinden. Wir müssen das Beste daraus machen. Überhaupt sollte man als Unternehmer Themen, die ohnehin anstehen, proaktiv angehen und deshalb ist die FTO-Initiative aus meiner Sicht ein guter Weg. Je mehr gute Unternehmen dabei sind, desto besser. Überhaupt kenne ich aus meinem Umkreis keinen Unter­nehmer, der sich nicht für gute Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette einsetzt und hier nicht noch Verbesserungspotential sieht. Es geht immer um fairen Wettbewerb.  

Das Ziel der FTO ist es, mittelfristig ein Siegel auf den Markt zu bringen. Unser neuer Finanzminister glaubt hingegen, dass unser Land durch Bürokratie gefesselt ist. Was sagt der Praktiker? Braucht die Branche den Check?
Horst Neidhard: Im Sinne eines fairen Wettbewerbs derzeit ein klares Ja. Natürlich ist unser Land derzeit durch Bürokratie gefesselt. Aber klare Rahmenbedingungen durch die Politik, administriert durch eine professionelle Verwaltung und nicht durch ein Abschieben an Unternehmen, sind eine Notwendigkeit und kein Bürokratiemonster. 

Als Mitinitiator der FTO freut sich der DVSI natürlich, dass Sie an Bord kommen, damit die Spiel­warenbranche ein gewichtiges Wort in den Entscheidungsprozessen mitredet. Liefern Sie den Lesern und vor allem unseren DVSI-Mitgliedern drei gute Gründe, es Faller gleichzutun!
Horst Neidhard: Erstens: Die wichtigen Themen Fairness und Umwelt sind verlässlich in der eigenen Unternehmensagenda verankert. Zweitens: Kompetenzen aus bedeutsamen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen sind in der Initiative gebündelt. Und drittens: Relevante Handlungsfelder der kommenden Jahre lassen sich aus der Initiative für das Unternehmen ableiten. 

Ihr Ansprechpartner beim DVSI: Geschäftsführer Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de).

DVSI Termine

01.03.2022
DVSI Online-Zollworkshop "Neuerungen im Außenhandel" als Virtual Interactive Training,
10.00 - 15.00 Uhr 
Anmeldung und weitere Informationen 

14.03. - 17.03.2022
Praxisseminar „Geprüfte Fachkraft für Spielzeugsicherheit", TÜV Rheinland Akademie, Nürnberg
Anmeldung und weitere Informationen

23.03.2022
Sitzung DVSI Vorstand

31.05.2022
DVSI Nachhaltigkeitstag, Nürnberg - Einladung folgt

06.07.2022
Sitzung DVSI Vorstand

6.07./7.07.2022
Zusammenspiel DVSI-BVS mit DVSI Mitgliederversammlung, Köln - Einladung folgt

07.11.2022
Sitzung DVSI Vorstand

14.11. - 17.11.2022
Praxisseminar „Geprüfte Fachkraft für Spielzeugsicherheit", TÜV Rheinland Akademie, Nürnberg
Einladung folgt

Adresse:
DVSI - Deutscher Verband
der Spielwarenindustrie e.V.
Wiesentalstraße 34
90419 Nürnberg
Kontakt:
Tel.: +49 (911) 477112-0
Fax: +49 (911) 477112-99
info@dvsi.de
www.dvsi.de
Geschäftsführer:
Ulrich Brobeil
Amtsgericht Nürnberg / VR2537
USt.-ID: DE 164131857

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